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Weltcup-Auftakt: Gällivare bot erste Standortbestimmung

Mario Felgenhauer am 26.11.2008 - 10:10 Uhr
Das erste Weltcupwochenende liegt hinter uns und die Athleten haben ihre erste Standortbestimmung absolviert. Das deutsche Team erlebte dabei Licht und Schatten und macht sich mit gemischten Gefühlen auf den Weg nach Kuusamo.

Lokalmatadoren dominieren Einzel
Gleich zu Beginn des Winters wurde deutlich, dass der Weltcup in dieser langen und anspruchsvollen Saison nur als Zugabe angesehen wird. Auf der nicht ganz fünf Kilometer langen Kunstschneerunde in Gällivare zeigten sich viele Top-Athleten noch nicht in absoluter Siegform. Das machte den Weg frei für zwei Lokalmatadoren, die alles andere als unbeschriebene Blätter sind. Charlotte Kalla, die mehrere Jahre in Gällivare zur Schule gegangen war und dort trainierte, setzte sich im Einzelrennen der Damen deutlich gegen die Konkurrenz durch. Marcus Hellner, der sogar für den lokalen Skiverein Gällivares startet, konnte bei den Herren über seinen ersten Weltcupsieg jubeln.

Geschlagene Topstars
Die Stars der Szene fanden sich im Einzelrennen noch im geschlagenen Feld wieder. Während Marit Bjoergen und Aino-Kaisa Saarinen mit mehr als 24 Sekunden deutliche Rückstände in Kauf nehmen mussten, blieb der Kampf um den Sieg bei den Herren bis zuletzt spannend. Als Vorletzter gestartet, sah Pietro Piller Cottrer lange wie der sichere Sieger aus, verlor aber auf den letzten zwei Kilometern noch sechs Sekunden auf Hellner und musste sich im Ziel mit Platz zwei begnügnen.

Licht und Schatten für den DSV
Hinter Petter Northug gelang Tom Reichelt mit Platz vier sein bislang zweitbestes Weltcupergebnis, das ihm zudem die Qualifikation für die WM einbrachte. Dementsprechend glücklich war der Oberwiesenthaler über diesen Erfolg. Auch Jens Filbrich schaffte mit Rang zehn in seiner zweitbesten Stilart ein ansehnliches Resultat. Bei den Damen konnte dagegen einzig Steffi Böhler mit einem ebenfalls guten zehnten Platz überzeugen. Claudia Nystad platzierte sich zwar noch vor Virpi Kuitunen auf Rang zwölf, dürfte sich aber nach dem Sieg im Testrennen von Muonio mehr erhofft haben. Evi Sachenbacher-Stehle blieb mit Platz 21 deutlich hinter ihren Ansprüchen zurück. Bei den Herren waren es Axel Teichmann und Tobi Angerer, deren Plätze 16 und 30 zwar keinen Grund zur Sorge, aber einen kleinen Rückschlag bedeuteten. Rene Sommerfeldt, Katrin Zeller, Manuela Henkel und Nicole Fessel landeten im geschlagenen Feld.

Fotoserie: Weltcup-Auftakt

Norweger schlagen zurück
In den sonntäglichen Staffelentscheidungen folgte dann die Revanche der Norweger. Hatten sie sich im Einzel noch den Erzrivalen aus Schweden geschlagen geben müssen, so holten sie beide Siege in der Mannschaftsentscheidung. Besonders erfreulich war die Leistung der norwegischen Schlussläuferin Marthe Kristoffersen. Die erst 19-jährige Nachwuchshoffnung überspurtete Finnlands Riita Liisa Roponen auf der Zielgeraden und löste großen Jubel im eigenen Team aus. Bei den Herren zeigte Petter Northug erneut seinen absoluten Killerinstinkt und gewann den Sprint einer fünfköpfigen Spitzengruppe.

Schweden auf dem Podium
Hinter den Siegern aus Norwegen und dem zweiten Team bei den Damen aus Finnland konnten sich erneut die Schweden gut in Szene setzen. Die Sieger vom Vortag, Charlotte Kalla und Marcus Hellner, führten ihre Staffeln zu Platz drei und zwei. Die Herren mussten sogar kurzfristig auf Matthias Fredriksson verzichten, der aufgrund einer Erkrankung kurz vor dem Start ausgetauscht wurde. In dieser Form werden die Schweden bei der WM in Liberec sicher ein Wörtchen um den Sieg mitreden können.

Erstes Podium seit knapp zwei Jahren
Fast unglaublich aber wahr. Das deutsche Herrenteam schaffte im Rennen von Gällivare mit Platz drei die erste Podiumsplatzierung seit knapp zwei Jahren. Mit guten Leistungen konnten Tobi Angerer und Axel Teichmann zeigen, dass das Ergebnis vom Samstag nicht ihren derzeitigen Leistungsstand widerspiegelt. Jens Filbrich und Tom Reichelt bestätigten ihre gezeigten Leistungen und so konnte man am Ende in den Zielsprint miteingreifen. Weit vom Kampf um Platz eins entfernt fanden sich die deutschen Damen wieder. Steffi Böhler konnte ihre Leistung vom Samstag nicht ganz bestätigen und auch den anderen drei Damen gelang kein Traumlauf, weswegen man sich am Ende mit Platz fünf begnügen musste.

Kuusamo wartet
Bereits am Montag brach das DSV-Team nach Kuusamo (Finnland) auf, wo am kommenen Wochenende der zweite Weltcup der Saison stattfindet. Die schnelle Abreise hatte einen durchaus unschönen Grund. Das deutsche Quartier in Gällivare befand sich noch halb im Rohbau, als man am letzten Donnerstag dort eintraf, Etagentoilette und Dusche im Keller inklusive. Da fiel es nicht schwer, die Zelte schnell abzubrechen und nach Kuusamo weiterzureisen.
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