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Trainingslager-Special: Das Entstehen einer Autogrammkarte |
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Geschrieben von Viktoria Franke
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Mittwoch, 20.08.2008 |
Autogrammkarten sind das A und O für einige Biathlon-Fans, verziert
mit einer Unterschrift des Lieblings-Athleten werden sie schnell zu einer
begehrten Trophäe. Die deutschen Sportler haben stets welche parat, von den
Sponsoren werden verschiedene professionelle Varianten zur Verfügung gestellt.
Probleme beim Nachschub gibt es für die Elite selten.
Nun gibt es aber auch Athleten, denen bisher nicht einmal im
Traum eingefallen wäre, dass jemand an einer Autogrammkarte interessiert sein
könnte. Ein gutes Beispiel dafür ist Andrej Prokunin. Bisher konnte der
Weltcupstarter und russische Meister zwar mit kleinen Erfolgen auf
sich aufmerksam machen, doch an Autogramme oder ähnliches verschwendete er
bisher keinen Gedanken.
Das änderte sich in Obertilliach: Nachdem er zu mehreren
Tests bei der Firma Schein eingeladen war, die ihm neue Schuheinlagen
herstellen wollte, kam ihm eine Idee: „Könnt ihr nicht für mich Autogrammkarten
machen? Richtig professionell, mit Eurem Logo drauf und Bildern von mir!"
Hört sich einfach an, ist es aber gar nicht. Vor allem bei
der russischen Mentalität... „Wir treffen uns morgen 9:30 Uhr!" tönte es am
Montag Nachmittag, 9:35 Uhr am Dienstag kam die SMS: „Ich habe Massage um 10
Uhr, holt mich danach im Ort ab." Da der Kunde bekanntlich König ist, fährt der
persönliche Chauffeur in den Ort, um 10:30 Uhr erst steht der Sportler
schließlich für ein Fotoshooting zur Verfügung.
Nun heißt es: Platz, Sonne und einen guten Hintergrund
finden, andere trainierende Biathleten aus dem Bild verbannen, posen, lächeln
... und das ganze wieder und wieder von vorn. Stolz wie Oskar werden die ersten
Fotos noch erduldet, schließlich geht es um die erste eigene Autogrammkarte.
Beim dritten Mal den Berg hinauf ist das Grinsen schon von den Lippen gewichen,
aber was tut man nicht alles für die beste Einstellung?
Nachdem die Fotos gemacht sind, geht es ans Sammeln von
Informationen. Name, Geburtsdatum, Club, Erfolge, usw. - alles mögliche soll
auf die Karte mit drauf. Geduldig notiert sich Norbert Christ von Schein alles
und fragt: „Wie viele Karten sollen wir denn drucken? Vielleicht gleich welche
auf russisch und welche auf deutsch?" Prokunin nickt und nickt, er muss
überlegen... „Fünf?" tönt es im Raum, doch Prokunin überlegt weiter: „Tausend?"
Es wird diskutiert und diskutiert, irgendwann ist eine
Lösung gefunden. Nun geht es also nur noch um das Design: Wohin mit Bildern,
Informationen, Sponsoren und, und, und? "Eigentlich ist das eine Wald- und
Wiesen-Autogrammkarte, wenn man es mit der Konzeption für andere Sportler vergleicht" sagt Norbert Christ. „Aber wir
freuen uns dennoch, dass wir das für ihn machen können."
Prokunin sieht man die Freude an - so eine eigene Karte
scheint schon etwas ganz besonderes. Nun muss er also nur noch seine Unterschrift
üben...
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 03.11.2008 )
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